Der Käufer, der einem Schuster etwas husten wird, wenn der ihm ein paar handgenähte Lederschuhe für 250 Euro verkaufen will, zahlt gern das Doppelte für ein paar kunstvoll zusammengenähte Plastikbeutel, die ihm als wissenschaftlich/ergonomisch/elektronisch/astrophysisch berechnete Turnschuhe untergejubelt werden. Die einst von Wolfgang Fritz Haug angeworfene Kritik der Warenästhetik (eine marxistische Unterdisziplin, die allerdings durchaus alltagstaugliche Nützlichkeitsaspekte aufweist) verdient es, unter dem Eindruck des Turbo-Kapitalismus, ihrerseits turbomäßig wiederbelebt zu werden.
(Quelle: heise.de)