Der Hipster, wie er sich mittlerweile darstellt, ist nach Lesart der n+1-Autoren ein ignoranter Oberflächensurfer. Er eignet sich nichts mehr an, um ernsthaft damit etwas auszusagen, sondern geht bloß ironisch mit dem Zitat um. Er shoppt sich seine Welt nicht mehr im subversiv-revolutionären Sinne zusammen, wie sich das die Cultural Studies und die Popkritik noch in den Achtzigern vom Jugendkulturteilnehmer erhofft hatten. Er sammelt durch seine Art des Konsums bloß Codes und Zeichensysteme, die nur noch auf sich selbst verweisen und letztlich nichts mehr aussagen. Der Hipster bewegt sich in einer Welt scheinbarer Coolness, die vom Hipster-Magazin Vice erschaffen wurde und in der political correctness als Bedrohung der individuellen Freiheit angesehen wird, American Apparel das neue H & M ist und und Porno etwas, das immerhin für die populäre Pornoästhetik von Terry Richardson oder Richard Kern gesorgt hat. Der Hipster schaut sich die richtigen Filme von Miranda July bis Mike Mills an und hört die richtige Musik von Arcade Fire bis Animal Collective, aber er weiß mit seinem kulturellen Kapital nichts Besseres anzufangen, als dieses als hohle Pose auszustellen. Der einzige Philosoph, den der Hipster kennen würde, heißt es an einer Stelle des Buches, sei Slavoj Žižek, und das auch nur deswegen, weil Žižek eben als hipper Philosoph gilt.
(Quelle: jungle-world.com)